Du hast Deinen Businessplan geschrieben, vielleicht mit Hilfe von ChatGPT. Jetzt soll ihn eine Bank, die KfW oder die Agentur für Arbeit lesen. Diese Checkliste zeigt Dir, wo Prüfer zuerst hinschauen und woran die meisten Pläne scheitern. Sie stammt aus meiner Prüfliste, mit der ich Businesspläne vor der Einreichung durchgehe.
So funktioniert sie: Zu jedem Punkt steht, was der Prüfer sehen will, und eine Frage an Dich. Gib Dir pro Punkt 2 Punkte (steht vollständig im Plan), 1 Punkt (steht da, aber unvollständig oder ohne Beleg) oder 0 Punkte (fehlt). Am Ende zählst Du zusammen.
Christoph H. Weber, Diplom-Kaufmann, Businessplan-Werkstatt, Herdecke. Stand: September 2026. Die Liste ersetzt keine Prüfung Deines konkreten Plans. Die Anforderungen einzelner Banken und Förderstellen weichen im Detail ab.
Teil 1: Das Dokument
Der Prüfer liest zuerst die Zusammenfassung (Executive Summary) und entscheidet danach, wie genau er den Rest liest. Auf einer Seite muss stehen: Was Du anbietest, wer es kauft, was Du dafür brauchst, wie viel Geld Du benötigst und wann sich das Geschäft trägt.
Frage an Dich: Könnte jemand nach dieser einen Seite Dein Vorhaben in drei Sätzen weitererzählen, inklusive Kapitalbedarf?
Die Bank prüft nicht nur den Text. Sie will Belege: Lebenslauf mit Qualifikationsnachweisen, Selbstauskunft (bei Banken meist auch SCHUFA), Nachweis über Eigenkapital, Mietvertrag oder Mietangebot, Kaufverträge oder Angebote für größere Anschaffungen, Genehmigungen oder der Nachweis, dass Du sie beantragt hast. Fehlt etwas, kommt die Rückfrage, und jede Rückfrage kostet Wochen.
Frage an Dich: Liegt jede Zahl im Investitionsplan über 5.000 Euro als Angebot oder Vertrag bei?
Der Prüfer vergleicht: Steht im Text derselbe Kapitalbedarf wie in der Tabelle? Passt der Umsatz im ersten Jahr zur Liquiditätsplanung? Sind die Personalkosten im Text dieselben wie im Finanzplan? Ein einziger Widerspruch, und der ganze Plan gilt als unsauber. Das ist der häufigste Fehler in Plänen, die aus mehreren Dateien oder aus KI-Texten zusammengesetzt wurden.
Frage an Dich: Hast Du jede Zahl, die im Text steht, gegen die Tabelle geprüft?
Teil 2: Das Geschäft
Der Prüfer will in zwei Absätzen verstehen: Welches Problem löst Du, für wen, und was macht Dein Angebot besser oder anders als das der Konkurrenz? „Hohe Qualität und guter Service” reicht nicht; das schreibt jeder. Ein Unterschied, den man nachprüfen kann (Öffnungszeiten, Spezialisierung, Preis, Standort, Erfahrung), zählt.
Frage an Dich: Kannst Du Deine Zielgruppe so genau beschreiben, dass man sie zählen könnte?
Wie groß ist der Markt in Deinem Einzugsgebiet, wächst er oder schrumpft er, und wer sind die drei bis fünf wichtigsten Wettbewerber? Jede Zahl braucht eine Quelle mit Datum (Statistisches Bundesamt, IHK, Branchenverband, eigene Zählung). Eine Marktgröße ohne Quelle ist für den Prüfer eine Behauptung.
Frage an Dich: Steht hinter jeder Marktzahl eine Quelle mit Jahr, und hast Du die Wettbewerber mit Namen genannt?
Die schönste Idee bringt nichts, wenn niemand davon erfährt. Der Prüfer will wissen: Über welche Wege kommen Kunden (Empfehlung, Google, Kleinanzeigen, Laufkundschaft, Kooperationen), was kostet das im Monat, und passt das zu den geplanten Umsätzen? Ein Marketingbudget von 50 Euro im Monat bei 200.000 Euro Umsatzziel ist ein Widerspruch.
Frage an Dich: Steht im Plan, wie viele neue Kunden Du im Monat brauchst und wie Du sie konkret gewinnst?
Banken prüfen drei Dinge an der Person: Kannst Du das Handwerk oder die Dienstleistung (Ausbildung, Meisterbrief, Berufserfahrung)? Kannst Du ein Geschäft führen (kaufmännische Kenntnisse, Erfahrung mit Zahlen, oder ein Steuerberater an Deiner Seite)? Und darfst Du das überhaupt (Handwerksrolle, Konzession, Erlaubnis nach § 34 GewO, Gesundheitszeugnis)? Eine Lücke ist kein Ausschluss, wenn Du sagst, wie Du sie schließt.
Frage an Dich: Hast Du für jede der drei Fragen einen Nachweis im Anhang oder einen Satz, wie Du die Lücke schließt?
Teil 3: Die Zahlen
Viele Pläne zählen nur die Anschaffungen. Die Bank rechnet drei Blöcke: Investitionen (Maschinen, Einrichtung, Fahrzeug, Kaution), Anlaufkosten (Miete, Werbung, Versicherungen, Waren, bis das Geschäft läuft) und eine Reserve für die ersten Monate, in denen weniger reinkommt als geplant. Ohne den dritten Block ist der Plan zu knapp gerechnet, und die Bank sieht das sofort.
Frage an Dich: Enthält Dein Kapitalbedarf eine Reserve von mindestens drei Monatsausgaben?
Banken erwarten, dass Du selbst etwas beiträgst: Geld, eingebrachte Sachwerte oder Eigenleistung. Als Richtwert gelten 15 bis 20 Prozent des Kapitalbedarfs. Unter 10 Prozent gilt der Plan bei den meisten Banken als nicht finanzierbar. Wenn Du wenig Eigenkapital hast, gehört in den Plan, wie Du das ausgleichst (Bürgschaftsbank, Nachrangdarlehen, Familie, kleinerer Start).
Frage an Dich: Steht Dein Eigenkapital in Euro und in Prozent im Plan, mit Nachweis im Anhang?
Der Prüfer will die Rechnung sehen, nicht das Ergebnis: Preis mal Menge, Stundensatz mal verkaufte Stunden, Sitzplätze mal Auslastung mal Öffnungstage. Und er erwartet, dass die Auslastung im ersten Jahr niedrig beginnt und langsam steigt. Ein Umsatzsprung von Jahr 1 auf Jahr 2 ohne Erklärung ist für die Bank ein Warnsignal. Das Geschäft sollte spätestens nach 36 Monaten die Kosten decken.
Frage an Dich: Kann der Prüfer Deinen Monatsumsatz aus zwei oder drei Zahlen im Plan selbst nachrechnen?
Die Bank fragt: Wovon lebst Du, während das Geschäft anläuft? Deine privaten Kosten (Miete, Krankenversicherung, Familie, Altersvorsorge) müssen als Unternehmerlohn oder Privatentnahme in der Planung stehen. Ein Plan, der nur deshalb Gewinn zeigt, weil der Gründer nichts verdient, fällt bei jeder Bank und bei der Agentur für Arbeit durch.
Frage an Dich: Steht ein monatlicher Betrag für Dich selbst im Plan, und reicht er für Deine tatsächlichen Lebenshaltungskosten?
Das ist die Kernfrage der Bank: Bleibt nach allen Kosten und nach Deinem Gehalt genug übrig, um Zins und Tilgung zu zahlen, und zwar mit Puffer? Dazu will die Bank eine monatliche Liquiditätsplanung über 24 Monate und eine Ertragsvorschau über drei Jahre. Und sie will wissen, welche Sicherheiten Du bieten kannst (Sachwerte, Bürgschaft, Bürgschaftsbank). Wenn Du keine hast, schreib das hin und benenne die Alternative.
Frage an Dich: Zeigt Dein Plan Monat für Monat, dass das Konto nie unter null geht, auch mit Kreditrate?
Zähle Deine Punkte zusammen. Höchstwert: 24.
| Punkte | Ampel | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| 20–24 | Grün | Der Plan ist einreichungsreif. Lass ihn einmal von jemandem gegenlesen, der weiß, was Banken lesen. |
| 14–19 | Gelb | Die Substanz ist da, aber es gibt Lücken, die Rückfragen auslösen. Meist sind es die Punkte 8 bis 12. |
| unter 14 | Rot | So sollte der Plan nicht zur Bank. Es fehlen Kernbausteine; oft ist die Rechnung selbst noch nicht belastbar. |
Ein Hinweis, wenn Du mit ChatGPT geschrieben hast: KI-Entwürfe sind in Struktur und Sprache meist gut. Schwach sind sie fast immer bei den Punkten 3, 5, 8, 10 und 12, weil dort echte Zahlen, echte Quellen und eine durchgerechnete Tabelle nötig sind. Genau da schaut die Bank am genauesten hin.
Selbst weiterprüfen: Die ausführliche Checkliste Bankfähigkeit für den Selbst-Check (8 Seiten, dieselbe Struktur, mit der ich Pläne für Banken prüfe) schicke ich Dir kostenlos per E-Mail.
Prüfen lassen: Beim Bankfähigkeits-Check gehe ich Deinen Plan mit allen 88 Prüfpunkten durch. Du bekommst einen schriftlichen Prüfbericht mit Gesamturteil, ein Beratungsprotokoll, eine priorisierte Aufgabenliste und 45 Minuten Gespräch. 425 € zzgl. MwSt.
Christoph H. Weber · Businessplan-Werkstatt · Herdecke. Diese Checkliste darfst Du weitergeben, aber nicht verändern oder verkaufen. Weitere kostenlose Anleitungen und Checklisten: Checklisten und Werkzeuge.